NESTLÉ UND DAS WASSER

Firmengründer geschäftet schon 1843 mit Wasser

Henri Nestlé, Erfinder des Nestlé-Milchpulvers für Babies, gründet 1843 in Vevey eine Fabrik für Wasser. Dort stellt er aus Leitungswasser "Mineralwasser" her. Die Produkte vertreibt er in den Gaststätten der Region. In seinen späten Jahren kauft er unweit von Vevey an seinem Altersitz Glion Quellenrechte auf. Das Wasser benutzt er für seinen Haushalt und die Bewässerung seines weitläufigen Gartens. Das überschüssige Wasser lässt er der Bevölkerung zukommen. 

 

Nestlé Shopping Tour: von Vittel zu Perrier und San Pellegrino

tl_files/images/business/bl_supermarket_1.jpg1969 beteiligt sich Nestlé an der Société Générale des Eaux Minérales de Vittel. Das ist Nestlés Einstieg in die Flaschenwasserindustrie. 

1976 steigt der weltweite Marktführer Perrier in den USA ein. Nestlé kann den Vertrieb der bauchigen Glasflasche übernehmen und sieht, wie die französische Marke beim jungen urbanen Publikum gut ankommt.

Flaschenwasser beginnt sich als Alternative zu Süssgetränken wie Coca Cola und Pepsi zu etablieren - als kalorienfreier Durstlöscher, voll im Trend der aufkommenden gesundheitsbewussten Ernährung. Die Industrie wächst rasant, die Verkaufszahlen steigen. 

1989 beschliessen der Nestlé-Vorstandsvorsitzende Helmut Maucher und Marketingchef Peter Brabeck, voll auf Wasser zu setzen. Nestlé will jetzt die Nummer 1 werden und macht sich an Perrier heran. Nach einem unerbittlichen Uebernahmekampf streichen die Franzosen 1992 die Segel. Mit dem Kauf von Perrier gehen in den USA zahlreiche regionale Brands automatisch an Nestlé über, darunter Poland Spring.

LINK Nestlé Waters North America

 

Aehnlich wie Perrier geht es San Pellegrino. Nestlé schluckt die italienische Nobelmarkte 1997.

LINK Nestlé Waters

 

Ein Wasser für die ganze Welt - Pure Life

tl_files/images/business/bl_purlife_machine.jpgVittel, Perrier und San Pellegrino sind Mineralwasser aus einer einzigen, örtlich genau definierten Quelle. 

Poland Spring und andere regionale US-Marken bezeichnet Nestlé als natürliche Quellwasser (natural spring water). Das Wasser kommt aber aus verschiedenen "Quellen", die oft weit auseinander liegen.

Sowohl die Mineralwasser- wie Quellwassermarken zielen primär auf obere Kaufkraftklassen oder den breiten Mittelstand in den westlichen Ländern.


1997 pröbelt Nestlé an einem neuen Produkt, das aus gereinigtem Grundwasser hergestellt und mit einem neuen speziellen Mineraliensatz angereichert wird. Der Vorteil: das Wasser kann auf der ganzen Welt hergestellt werden und schmeckt erst noch überall gleich. Das Wasser erhält den Namen Nestlé Pure Life. Im Visier hat Nestlé einen neuen grossen Markt, Konsumenten in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Gut zehn Jahre später ist Pure Life das meistverkaufte Flaschenwasser der Welt.